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14.04.2003
Zweiter Temelin-Block kurz vor Probebetrieb
Das Personal des Atomkraftwerkes Temelin hat am vergangenen Wochenende
die komplette abschließende Überprüfung des zweiten Reaktorblocks
begonnen, die als eine Vorstufe vor dem offiziellen Probebetrieb
gilt. Laut den Betreibern soll die Anlage144 Stunden lang mit
voller Leistung laufen. Zur Zeit liefert der Block mehr als 1.000
Megawatt ans Netz.
Was den ersten
Reaktorblock angeht, so wird dieser für den neuerlichen Start
nach einer mehr als zweimonatigen Abschaltung vorbereitet.
Im Laufe dieser Pause, die ursprünglich nur bis Ende März - Anfang
April hätte dauern sollen, wurde eine Revision und der Austausch
eines Viertels der Brennstäbe durchgeführt. Nun werde schon schrittweise
die Temperatur im Primärkreislauf des Blocks erhöht, hieß es.
In letzer
Zeit gab es 2 Abstellungen.
Autonomie:
Nach Auffassung des neuen, im März ernannten tschechischen Industrie-
und Handelsministers, Milan Urban, wird das.südböhmische Atomkraftwerk
Temelin die Unabhängigkeit des Landes von ausländischen Energiequellen
absichern. Temelin solle außerdem zur Stabilität der tschechischen
Strompreise beitragen. Urban erklärte dies laut Medienberichten
. Er hält am Kurs seiner Vorgänger fest.
Verschärft
wird die Situation durch die Suche nach einem Endlager für
Atommüll.
In etwa 2-3 Wochen soll die Liste der möglichen Standorte
veröffentlicht werden:
Einige davon
befinden sich wahrscheinlich in Nähe der österreichischen
Grenze.
DANKE!
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"Stilblüten"
aus der Atomindustrie
Ich
glaube nicht, dass die Atomkraft jemals eine Chance hat.
(Albert Einstein, 1932)
Auch Genies irren - leider!
Acht
Monate nach dem TMI (Three Miles Island) Unfall teilten die Regierung
und Wissenschaftler der Sowjet Union den Kollegen aus den USA mit, dass
das Problem von TMI "überdramatisiert" wäre. Nach der Meinung des Präsidenten
von der Sowjetischen Wissenschaftsakademie werden die sowjetischen Reaktoren
bald so sicher sein, dass sie auf dem Roten Platz bald installiert werden
können. Die Befugten in Chernobyl beschrieben das Risiko eines ernsthaften
Vorfalls als extrem niedrig nur ein Jahr vor der Katastrophe. Und nur
ein Monat vor dem Unfall wiederholte der Britische Energieminister,
daß die "Atomenergie die sicherste Energie ist, die der Menschheit bekannt
ist".
Auszug aus"Safeware: System Safety and Computers"
von Nancy G. Leveson
Chefredakteur
von Plutonium Investigation Paris, April 2001
Kurz
nach dem Unfall, Anfang Mai 1986, besuchte der IAEO General Direktor
das Kraftwerk in Tschernobyl und hat damit den Grundstein gelegt für
die weltweit erste maßgebliche Unfallanalyse auf einer internationalen
Konferenz bei der IAEO im August 1986.
International
Atomic Energy Agency (IAEA) News Briefs, Februar/März 2001:
Selbst
wenn ein solcher Unfall jedes Jahr passierte, würde ich die Atomenergie
für eine interessante Energiequelle halten.
Dr. Morris Rosen, Chef der Abteilung für Atomsicherheit der IAEO,
im August 1986
In
der Rückschau können die Befürworter der Atomenergienutzung eine Art
Oscar für Fehlprognosen beanspruchen.
In der Neuen Zürcher Zeitung vom 23. Jänner 1980 las man über neue sowjetische
Kraftwerkstypen unter anderem: "Im Vergleich zu dem wesensverwandten
Siedewasserreaktor westlicher Bauart hat dieser sowjetische Druckröhrentyp
einige Vorteile. Der riesige Reaktordruckbehälter fällt weg, die Prozeßkanäle
können in jeder Maschinenfabrik hergestellt werden, die Kanäle lassen
sich individuell überwachen und - wie auch die Brennelemente - während
des Reaktorbetriebes austauschen."
Die Rede war damals von einem progressiven, modernen und sicheren Reaktortyp,
dem "RBMK-1000" Reaktor in Tschernobyl........
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