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22.06.2002
Dreiländertreffen: Paket von Maßnahmen gegen AKW Temelin beschlossen
Vorbildhaft
für überregionale Zusammenarbeit fand in Linz in Neuen Rathaus am Samstag,
den 22. Juni 2002 das erste Länder übergreifende Treffen nach den Wahlen
in Tschechien statt.
Die Sprecher von über ein Dutzend Atomgegnergruppierungen aus Tschechien,
Bayern und Österreich beschlossen dabei die weitere gemeinsame Vorgangsweise
gegen AKWs in Europa, im besonderen gegen den Risikoreaktor in Temelin.
Zwtl. Rechtsschritte werden verstärkt So wurde eine internationale Arbeitsgruppe
für Rechtsschritte gegen Temelin ins Leben gerufen. Zukünftig sollen die
rechtlichen Maßnahmen gegen das tschechische Atomkraftwerk in Tschechien,
Deutschland und Österreich aufeinander abgestimmt und alle relevanten
Informationen, Gutachten und Erkenntnisse ausgetauscht werden.
So berichtete die Gruppe der
tschechischen NGOs, dass die frühere Leiterin des Bezirksamtes in Budweis,
die etliche Jahre zuvor den Atomgegnern die Informationen zum AKW-Temelin
verweigerte, nun die Bezirksrichterin ist. Also jene Person, die jetzt
darüber zu entscheiden hat ob die eingebrachten Klagen gegen die damalige
Praxis zu Recht bestehen und die tschechischen Temelingegner daran gewöhnt
sind, dass sie jegliche Klage abschmettert und der Gang in die nächste
Instanz schon eine Selbstverständlichkeit ist. "Die Zurückhaltung von
Unterlagen der Temelinbetreiber mit dem Hinweis auf Geschäftsgeheimnis
gewinnt umso mehr Brisanz, als die österreichischen Atomgegner über das
Freedom of Information Act in den USA inzwischen wissen, dass zum Beispiel
umweltrelevante Unterlagen gar nicht erstellt wurden. Was man nicht hatte
hat man einfach für geheim erklärt", sieht Maria Fellner von der Salzburger
Plattform gegen Atomgefahr die Situation in Tschechien rechtlich unvereinbar.
Zwtl.
Ausstiegskonferenz im Herbst
Die Dreiländerkonferenz sieht den Ausstieg aus dem Temelinprojekt als
lebensnotwendig. Deshalb wird die Einberufung einer Ausstiegskonferenz,
die das Europäische Parlament schon in Jahre 2001 beschlossen hat, unterstützt.
"Ganz wichtig sind bei der Konferenz die konkreten Ausstiegshilfen in
Form von z. B. Unterstützung erneuerbarer Energien in Tschechien zu diskutieren",
sieht Dana Kuchtova von den Südböhmischen Müttern eine Ausstiegskonferenz
noch für Herbst diese Jahres notwendig. Zwtl. Petition an Land, Bund und
Europäisches Parlament Die Vertreter der Dreiländerkonferenz haben den
Beschluss gefasst die Österreichische Bundesregierung aufzufordern: -
Die ELWOG-Verordnung vom 12. Dezember 2001, betreffend die Aufhebung des
Atomstromimportverbotes aus mittelosteuropäischen Ländern sofort zurückzunehmen,
- die Einspeisetarife nach dem Vorbild des deutschen Gesetzes über die
erneuerbare Energie gesetzlich zu regeln und - auf Ökostrom in öffentlichen
Gebäuden verpflichtend umzusteigen. "Dieser Beschluss wird nicht nur an
die Österreichische Bundesregierung herangetragen, sondern auch an die
Landeregierungen und an das Europäische Parlament", konkretisiert Mathilde
Halla von der OÖ Überparteilichen Plattform gegen Atomgefahr.
Zwtl:
Lediglich 0,1% der zu erwartenden Schäden abgedeckt,
daher volle Haftpflicht für die AKWs in der EU
Europaweit liegen die Haftpflichtsummen für Unfälle in Atomkraftwerken
extrem unter den möglichen Schäden. So sind in Deutschland beispielsweise
auch nach der kürzlichen Erhöhung, einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums
zufolge, lediglich 0,1% der zu erwartenden Schäden abgedeckt. Sämtliche
Antiatom-Organisationen aus Österreich und Tschechien unterstützen deshalb
die Unterschriftenaktion der bayerischen Plattform, die unter dem Motto
steht: "Volle Haftpflicht für die AKWs in der EU." "Sobald 10 000 Unterschriften
erreicht sind, werden wir uns an die nationalen Regierungen und an das
Europaparlament wenden", meint der Vorsitzende der Bayrischen Plattform
gegen Atomgefahr, Gerhard Albrecht.
Unterschriftenlisten und weitere
Infos sind unter www.temelin.de
,www.temelin.at und
www.antiatom.info
zu erhalten.
Honorarfreie Fotos unter: http://ftp.grenzblockade.at/stop%20temelin/2002-06-22dreilandkonferenz/
weitere Informationen
Maria Fellner +43 676 728 6375
Mathilde Halla +43 664 24 16 806
Dana Kuchtova +42 0337 717105
OOE Ueberparteiliche Plattform
gegen Atomgefahr A- 4020 Linz, Landstr. 31 Tel.: +43 732 774275 Fax: +43
732 785602 post@temelin.at http://www.temelin.at
12.06.2002 Panne
in Temelin
Wie lange
schweigt unsere Bundesregierung noch?
2 Tage nach dem offiziellem
Beginn des Probetriebs des AkWs Temelin sind weitere Probleme
im Sekundärkreislauf aufgetreten.
Bei den offensichtlich immer
wieder unerwartet auftretenden Problemen, sind auch Störfälle
mit katastrophalen Folgen
im atomaren Bereich dieses Pannenreaktors nicht auszuschließen.
Wir möchten auch nochmals
auf den österreichischen Expertenbericht verweisen, aus dem hervorging,
dass weder Block 1 noch Block 2 mit Brennstäben beladen und schon gar
nicht betrieben werden dürften.
Nachdem die Fakten von tschechischer
Seite ignoriert werden, erwarten wir von offizieller
österreichischer Stelle
sofort Einspruch gegen die Weiterführung des Probebetriebes einzulegen.
Ansonsten sind heftige Proteste
der Bevölkerung zu erwarten, nukleare Experimente werden von uns keinesfalls
geduldet.
Christine Wurm
"Gemeinsam für Sonne und Freiheit"
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